Am Wall 21

Am 25. Mai liest Emilio Díaz Miranda in der Sauerkrautfabrik aus seinem Buch „Dunkle Masse der Erinnerung“. Im Buch stellt der ehemalige Olympiaschwimmer und Ex-Untergrundkämpfer seine poetische Chronik von Widerstand, Haft und Flucht unter der Franco-Diktatur vor. Zwei fesselnde Stunden zwischen Schwimmbecken, Kerker und klandestiner Presse zeigen, wie mutige Worte selbst im dunkelsten Spanien leuchten konnten.
Emilio Díaz Miranda wurde 1940 in den Wirren des Spanischen Bürgerkriegs geboren – einer Zeit, die in die dunkle Franco-Diktatur mündete. Aufgewachsen in einer streng katholischen Familie, erlebte er schon früh die Widersprüche eines gespaltenen Spaniens: Während sein Schwimmtrainer Antonio Guerra der faschistischen Falange angehörte, prägten ihn die antifaschistischen Ideen von Arturo Cantero, dessen Familie unter Francos Repressalien litt.
Doch Emilio war kein Mensch, der sich anpasste. 1956, in einer Ära der Unterdrückung, schloss er sich der illegalen Kommunistischen Partei an – und begann, für die verbotene Presse zu schreiben. Gleichzeitig kämpfte er sich als Schwimmstar bis zu den Olympischen Spielen 1960 in Rom. Doch sein wahres Abenteuer begann erst danach: Verhaftungen, Folter, Flucht durchs Meer – und ein Leben im Untergrund.
Sein Buch „Dunkle Masse der Erinnerung“ – eine Sammlung subversiver Lyrik in metaphorischem Gewand, die er einst bei einem öffentlichen Wettbewerb einreichte – erzählt von dieser Zeit. Es ist ein Werk der Erinnerung, des Widerstands und der Poesie im Schatten der Diktatur.
Kommt zur Lesung und taucht ein in diese außergewöhnliche Geschichte – zwischen Schwimmbecken und Gefängniszellen, zwischen Olympia und Illegalität.
